Nachdem für das Projekt Bundestrojaner ein Entwicklungsstopp beschlossen wurde, soll Wolfgang Schäuble am Dienstag dem BKA erlaubt haben, die Arbeit an der Schnüffelsoftware wieder aufzunehmen. Somit entscheidet er entgegen heftiger Kritik an dem Bundestrojaner.
Zudem soll weiteres Personal für die Programmierung an dem Trojaner eingestellt werden. Schäubles Ministerium hatte aber im Sommer mehrfach betont, dass das Projekt auf Eis liege.
Anfang diesen Jahres hatte der Bundesgerichtshof aufgrund mangelnder Rechtsgrundlage die Online-Razzien untersagt. Daraufhin reagierte Schäuble, indem er allen Sicherheitsbehörden in seinem Bereich die Anwendung des Trojaners verbot und die weitere Entwicklung stoppte. Auch die Mittel des umstrittenen Programms zur Stärkung der inneren Sicherheit in Höhe von mehreren hunderttausend Euro wurden in Folge dessen eingefroren und zwei dafür vorgesehene Personalstellen nicht besetzt.
Diesen Stopp hat der Minister nun wieder aufgehoben, er soll sich zuvor aber Rückendeckung von SPD-Innenpolitikern geholt haben. Dabei dürfte nicht auf großen Widerstand gestoßen sein.